"Der Höhepunkt
unserer Reise war die Erkenntnis, daß das Universum
harmonisch, zweckvoll und schöpferisch ist. Der Tiefpunkt
lag in der Feststellung, daß sich die Menschheit nicht
dieser Erkenntnis gemäß verhält."
Edgar Mitchell,
US-Astronaut
"Mir wurde bewußt,
daß wir alle Kinder unserer Erde sind. Es spielt keine
Rolle, welches Land man sieht. Wir alle sind Kinder
der Erde, und sie ist für uns die Mutter."
Alexander Alexandrow,
sowjetischer Astronaut
Von Ursula Seiler
Warum gehen die Yogis Indiens barfuß und meditieren
nur in Lendenschurz und Seidenturban? Weil sie die
Kräfte der Erde zu ihrer geistigen Entwicklung benutzen
wollen. Die magnetischen Kräfte, welche durch bloße
Füße eintreten können, gehen aufwärts zum Kopf und
werden dort vom Seidenturban festgehalten. Seide ist
nämlich ein schlechter Wärmeleiter und verhindert
dadurch, daß die Erdkräfte wieder austreten. Der Yogi
behält sie in seinem Körper zurück, damit sie seiner
Weiterentwicklung dienen können.
Die Yogis wußten ebensogut wie die Barfüßermönche,
daß man durch das Gehen mit nackten Füssen in enge
Berührung mit der Natur tritt und deren Kräfte zum
eigenen Nutzen aufnehmen kann. Besonders kraftvoll
ist der Magnetismus der Erde am Morgen, wenn Tau noch
das Gras benetzt. Die Kräfte, mit welchen die Sonne
während des vorhergehenden Tages die Erde erfüllten,
haben in der Dunkelheit der Nacht gekeimt (wie es
mit allem Leben geschehen muß) und werden am Morgen
von der Erde ausgeatmet - in solcher Menge, daß sie
genügt, um ihre Kinder den ganzen Tag zu erhalten.

Es geschieht durch die Mutter Erde, daß die Lebenskräfte
empfangen werden und anschließend Neues hervorbringen,
nicht nur in der Natur, sondern auch in der Menschheit.
Es ist also nicht nur der Sonnenschein, welcher Leben
verleiht, sondern es ist der Sonnenschein, der von
der Erde absorbiert, befruchtet und wieder ausgesandt
wurde, welcher von der ganzen Vegetation durch ihre
Wurzeln aufgesogen und von allem tierischen Leben
durch die Sohlen der Füße aufgenommen wird; das ist
es, was allen die magnetische Nahrung der dualen Kräfte
des vollkommenen Lebens und vollkommener Gesundheit
gibt. In allen alten Propheten- und Mysterienschulen
wurde großes Gewicht auf das Studium der Natur gelegt.
Die Schüler wurden von der Welt abgesondert und geheißen,
lange Zeit in naher Berührung mit der Mutter Erde
in Meditation zu verharren - und immer mit bloßen
Füssen und bedecktem Haupte. Wenn die Erdkräfte ununterbrochen
in den menschlichen Körper eindringen können, übertragen
sie ihm - wie es bei den Pflanzen der Fall ist - jene
Art magnetischer Nahrung, welche seinen Bedürfnissen
entspricht.
Wir leben auf dem physischen Ausdruck von Mutter Erde,
welche in Wirklichkeit nicht Gaia, sondern Terra heißt
- Lady Terra - und wir ‚saugen' buchstäblich tagtäglich
an Ihrer Brust. Sie ist es, die uns Leben gibt - mit
ihren zahllosen Helfern aus dem Elementar- und Naturreich
- und Sie kennt jedes einzelne Ihrer ‚Kinder', die
auf Ihr leben.
Ja, lieber Leser, liebe Leserin - DU - bist Mutter
Erde bekannt! Vielleicht weiß sie deinen gegenwärtigen
Namen nicht, doch Sie kennt dich zweifellos als Lebensstrom,
der sich immer und immer wieder verkörpert hat, genauso,
wie die Wellen der Brandung unaufhörlich ans Ufer
rollen. Mutter Erde liebt DICH inniglich. Liebst du
Sie auch?
Denn Mutter Erde braucht unsere Liebe. Ah, magst du
sagen, Sie ist ein vollkommenes kosmisches Wesen,
selbst Ausdruck kosmischer Liebe - wie sollte Sie
dann von unserer Liebe abhängig sein? Genauso, wie
du dich freust, wenn deine Kinder oder Enkel oder
Eltern dich lieben - und es schmerzt, wenn diese dir
nur Geringschätzung entgegenbringen. Schließlich ist
Liebe der natürliche Daseinszustand. Liebe zu allen
Dingen. Ein stetes Geben und Nehmen des einen und
einzigen Prinzips Gottes - der selbstlosen Liebe.
Denn Mutter Erde fühlt jeden einzelnen Lebensstrom,
seine Gedanken, Gefühle und Taten... - und dies ist
nicht einfach pseudopoetisches Geschwätz, sondern
Wirklichkeit - ob du das nun glaubst oder
nicht.
"Es ist wichtiger, daß jemand sich über eine Rosenblüte
freut, als daß er ihre Wurzel unter das Mikroskop
bringt." Der dies sagte, ist kein spiritueller Guru,
sondern der Dichter Oscar Wilde. Unsere Liebe, unsere
Wertschätzung, unsere Freude nähren die Natur, die
so geschunden darniederliegt, in ihrer Kraft geschwächt,
und vielerorts nur noch ein Abglanz ihres einstigen
Reichtums. Wenn die Menschen achtsamer und dankbarer
mit dem Leben und den Gaben der Natur umgehen; wenn
sie sich der Arbeit der Naturwesen bewußt und dankbar
dafür sind, dann hat dies "einen ungeheuren positiven
Effekt auf die ätherische Welt", sagt ein Wasser-Naturwesen,
Nöck genannt, in den Gesprächen mit Verena Baronin
von Holstein (siehe
ZS 42, Seite 56). Denn auch die Elemente sind
durch und durch beseelt - von Sylphen (Luft, Wolken),
Salamandern (Feuer), Gnomen und Zwergen (Erde) und
Undinen (Wasser). Jeder Schrank würde auseinanderfallen,
wenn es nicht feinstoffliche Wesen gäbe, die ihn zusammenhalten.
Und genauso würde die Erde zerbersten, wenn all die
Trillionen von Wesen der Natur - die real sind, auch
wenn ihre Daseinsebene über unserem winzigen Sehspektrum
liegt - plötzlich ihren Dienst aufgäben. Was ihnen
glücklicherweise nicht erlaubt ist, denn der Mensch
versteht sich in der Kunst, ihnen das Leben schwer
zu machen.
Doch die Natur hat Angst vor dem Menschen. Er ist
ihre einzige Bedrohung. In der Natur selbst gibt es
nur Frieden. Sie ist der vollkommene Ausdruck Gottes.
Selbst der Löwe, der die Antilope jagt, tut dies nicht
aus Mordlust (wie so mancher Jäger), sondern lediglich,
um selbst einen weiteren Tag zu überleben. Die Antilope
mag reflexhaft fliehen, doch bäumt sich in ihr nicht
die Angst auf, und bevor die Zähne des Löwen sich
in sie schlagen, ist ihr Sein schon zurückgekehrt
zum "großen Geist", welcher ihre Spezies überwacht
und beseelt - und nicht lange darauf wird sie wieder
geboren werden, als dasselbe oder ein höher entwickeltes
Tier. Nicht einmal der Tod drückt also der Natur seinen
Schrecken auf. Er ist natürlich, nicht viel anders
als der Schlaf, den auch höchstens der Gottlose fürchtet.
Denn, um es mit Schiller zu sagen, die Natur ist "ein
unendlich geteilter Gott", Gottes Handschrift auf
dieser wunderschönen, fragilen Erdenkugel. "Jedes
Symbol in der Natur ist eine Materialisation der Strahlen
Gottes...", meint Yogananda dazu. "Der Strahlen Gottes..."
- jawohl, denn erstens ist der Schöpfergott für unser
Sonnensystem, wie es die alten Völker wohl wußten,
unsere Sonne (unser Vater-Mutter-Gott), und zweitens
sind es die protonischen, positiven, männlichen Sonnenstrahlen,
welche zur Schöpfung ausgesandt wurden und unsere
negativ geladene, weibliche Erde schufen.
Alles im Kosmos
ist Bewußtsein und Schwingung.
Überall gelten dieselben Gesetze. Überall braucht
es Geist, welcher dem Leben, der Schwingung, Form
und Richtung verleiht. Überall braucht es zur Schöpfung
die männliche, herausgehende, schöpferische, und die
weibliche, aufbauende, erhaltende Kraft - ob nun ein
Sonnensystem, oder dessen mikrokosmisches Abbild,
ein Atom, geboren wird. "Bereits das kleinste Lichtteilchen
besteht aus Materie und Geist, bzw. Schwingung und
Bewußtsein oder Männlichkeit und Weiblichkeit. Ohne
Geist gäbe es keine Materie, weil sie keine Form hätte.
Aber auch Geist kann ohne die Materie nicht bestehen,
weil sich der Geist nur über die Materie auszudrücken
vermag." So sagte es der Naturwissenschaftler Dr.
Hans-Ulrich Hertel an seinem epochalen Vortrag über
"Die Gesundheit des Planeten in Beziehung zur Gesundheit
der Menschheit", den er am 30. März 2003 am ‚Regierungs-Gesundheits-Forum'
in Washington hielt. Ohne die Vereinigung des Männlichen
mit dem Weiblichen entsteht kein neues Leben, weder
im Himmel noch auf Erden.
So kann es also keine Männer-AG aus Vater, Sohn und
Heiligem Geist sein, welche "dort oben" über uns thront,
sondern, natürlich, Vater-Mutter-Gott. (Mutter-Gott
wurde bei den Katholiken durch den geschlechtslosen
‚Heiligen Geist' der Trinität ersetzt - und das Weibliche
dann durch die Hintertür über die ‚Muttergottes',
genauer die Mutter Jesu', Maria, wieder eingeführt,
wenn auch nur in einer Nebenfunktion). Jede Sonne,
jeder Planet wird von einem Paar erschaffen und erhalten,
jedes der vier Elemente hat ein Paar, das es betreut
- wobei der Mann immer die erschaffende, hinausgehende,
zeugende Kraft repräsentiert und die Frau die erhaltende,
nährende und hegende. Der Lenker der Naturkräfte auf
Erden wie auf allen anderen Planeten ist daher ein
kosmisches männliches Wesen, während die Erde selbst
von einem weiblichen Wesen beseelt und erhalten wird.
Man sollte also richtig von ‚Mutter Erde' und ‚Vater
Natur' sprechen.
"Der Himmel senket sich,
er kommt und wird zur Erden. Wann steigt die Erd'
empor und wird zum Himmel werden?"
Angelus Silesius
Die Erschaffung von Planeten,
Sonnensystemen und Galaxien ist keine Sache des Zufalls
oder ‚Urknalls', sondern vielmehr ein hoch geistiger,
bewußter Schöpfungsvorgang. Die Erde wurde denn auch
nicht in sieben Tagen erschaffen, sondern in neunhundert
Jahren. Intellektbetonte Zweifler mögen das nun Folgende
als Märchenkram abtun - allein, es ändert nichts daran,
daß auf diese Weise der Kosmos erschaffen wird. Wenn
es sich dabei auch um einen hochkomplexen Vorgang
handelt, kann man ihn trotzdem in einer Einfachheit
erklären, daß selbst Kinderhirne ihn zu begreifen
vermögen. Denn alles, was wahr ist, läßt sich auf
sehr einfache Prinzipien reduzieren.
Wie alles in der Natur ist auch das Universum hierarchisch
gegliedert. Dies muß so sein, da jegliche Schöpfung
den Evolutionsweg beschreitet. Der Stein wird nach
Zeitaltern zur Pflanze und diese irgendwann zum Tier
- welches dann vielleicht zum Körperelementarwesen
eines Menschen wird, zum physischen Gefäß, um dessen
göttlichen Geistfunken aufzunehmen. Und dieser göttliche
Lebensstrom entwickelt sich nun weiter zum Meister,
und schließlich selbst zu einem Lenker mächtigster
Kräfte, den die kindliche Erdenmenschheit anbetend
‚Gott' nennt. Für uns geschieht dies in unendlich
langen Zeitläufen, während unser Erdenleben für solch
ein hohes kosmisches Wesen wohl nicht mehr ist als
ein Wimpernschlag.
Dasselbe Prinzip gilt auch im Engel- und im Naturreich.
Ein winziger Elementargeist wird irgendwann ein Landschafts-
oder Pflanzendeva, der eine ganze Gegend oder Spezies
betreut, und schließlich, eines fernen Tages, zu einem
Erbauer der Form, einem Eloah (männlich) oder einer
Eloi (weiblich). Die Elohim (Mehrzahl von Eloah) sind
es, welche die Planeten erbauen, welche wiederum von
hohen kosmischen Wesen beseelt werden - wie bereits
erwähnt. Und so geht die Entwicklung immer weiter:
Die Wesen, die einen Planeten beseelen - und zwar
so lange, bis alle sich auf ihm entwickelnden Menschen
ihre Evolution vollendet und ihren Aufstieg auf eine
höhere Ebene vollzogen haben - diese Planetenwesen
also können später, wenn sie dies wünschen, eine Sonne
beseelen; dann, nach freier Wahl, eine Zentralsonne,
und später eine noch höhere Zentralsonne und so weiter
- in Bereiche des Universums hinein, die sich unserem
Denken noch ganz verschließen. So, wie um eine Sonne
ihre Planeten kreisen, kreisen um die Zentralsonne
deren Sonnen - und so weiter, wie ein gigantisches
kosmisches Uhrwerk, oder vielleicht schöner ausgedrückt,
ein wundervoller Reigen aus Sonnen und deren Planeten.
Auch Planeten und Sonnen sind dabei dem Zyklus von
Geburt und ‚Tod' unterworfen. Wenn ein Planet mit
dem Aufstieg des letzten sich auf ihm entwickelnden
Lebensstromes seinen Zweck erfüllt hat, kehrt er zurück
ins Herz der Sonne - ‚stirbt' also gewissermaßen.
Dies entspricht dem Einatmen. Ganze Galaxien und Sonnensysteme
funktionieren im Rhythmus von Ein- und Ausatmung.
Beim Ausatmen erschafft die männliche Sonnengottheit
ihre Planeten, welche alle zusammen die Organe des
Sonnenkörpers bilden; beim Einatmen kehren die Planeten,
einer um den anderen, zurück in den Schoß der Muttergottheit,
welche sie mit ihren Strahlen während ihrer gesamten
Existenz segnete und mit allen göttlichen Gaben versah.
Dies ist nur der Beginn eines viel längeren Artikels,
den Sie in unserer Druckausgabe lesen können. Mit
einfachen Worten wird dort der Schöpfungszyklus vom
Werden und Vergehen ganzer Sonnensysteme beschrieben;
aber auch die Entwicklung der Erde und ihrer Menschheit
durch die verschiedenen Zeitalter hindurch - Yugas
genannt - wie es einst Paramahansa Yogananda erklärte.
Der bulgarische Weise Omraam Michael Aivanov kommt
ebenfalls zu Wort, hatte er sich doch häufig zum lebendigen
Wesen der Erde und ihrer Analogie zum menschlichen
Körper geäußert. Und wir geben wieder, was die Naturgeister
selbst über die Erde sagten.
Übrigens: Nach der Rückkehr von seiner Apollo-Mission
im Jahre 1971 schrieb US-Astronaut Edgar Mitchell
tief bewegt: "Das Universum scheint mehr zu sein als
die zufällige, chaotische und sinnlose Bewegung einer
Ansammlung molekularer Partikel. Während der Heimkehr
staunte ich über 400'000 Kilometer hinweg die Sterne
und den Planeten an, von dem ich gekommen war. Da
spürte ich mit einem Male die Intelligenz, die Liebe
und die Harmonie im Universum."
Den vollständigen Text können Sie in unserer
Druckausgabe Nr.
44 lesen.