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Der Vitaminkrieg geht uns alle an!
Die Pharmalobby versucht weltweit, sich der Konkurrenz durch natürliche Nahrungsergänzungen zu entledigen. Sie hat es beinahe schon geschafft.
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Von Benjamin Seiler
Ein Damoklesschwert hängt über uns Europäern, dessen sich nur
wenige bewußt sind. Über neue Gesetzgebungen will man uns das
Recht nehmen, frei darüber zu bestimmen, welche Nahrungsergänzungen
wir einnehmen möchten. Weil künftig alles, was nicht ausdrücklich
zugelassen ist, automatisch verboten sein wird - selbst wenn
es sich dabei um Hausmittel handelt, die man schon seit Jahrhunderten
kennt und anwendet. Und nun raten Sie mal, welcher Industriezweig
in erster Linie genügend Geld und politischen Einfluß besitzt,
um seine Produkte behördlich zertifizieren zu lassen? Man formuliert
neue Gesetze so, daß die industrielle Produktion der pharmazeutischen
Großkonzerne begünstigt wird, während naturnahe Verarbeitungsmethoden
kleiner Unternehmen faktisch benachteiligt sind. Es geht schlicht
darum, den Menschen möglichst keine Alternative zu den pharmazeutischen
Präparaten der Chemie-Multis mehr zu lassen. Selbstverständlich
formulieren die Pharmalobbyisten und ihre politischen Handlanger
diese Absicht nicht so klar. Im Gegenteil. Offiziell geht es
um "Verbraucherschutz" und internationale "Sicherheitsstandards"
- wogegen nichts einzuwenden wäre, würde man allein diese Absicht
verfolgen.
Der Codex Alimentarius
Eine Absicht übrigens, die nicht neu ist. Bereits 1963 wurde
die Codex-Alimentarius-Kommission unter dem starken Einfluß
der pharmazeutischen Industrie als internationales Organ für
die Festsetzungen weltweiter Lebensmittelstandards gegründet.
Sie soll im Namen der Weltgesundheitsorganisation WHO und der
Welternährungsorganisation FAO die Zulassungsverfahren für Lebensmittel
und Nahrungsergänzungen harmonisieren und einen globalen Verbraucherschutz
gewährleisten. Doch die eigentlichen strategischen Ziele des
Codex Alimentarius lauten wie folgt:
-
Die Verbreitung von Gesundheitsinformationen
über Vitamine, Aminosäuren, Mineralien und andere Naturstoffe
zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten soll weltweit
verboten werden.
-
Der Vertrieb von Vitaminen und anderen
Naturstoffen, welche die willkürlichen und viel zu niedrig
angesetzten Grenzwerte der Codex-Kommission überschreiten,
soll weltweit untersagt werden.
-
Staaten, die entsprechende Gesetzesvorlagen
nicht übernehmen und anwenden, sollen mit internationalen
Wirtschaftssanktionen bestraft werden.
Die wachsende Bedeutung von Vitaminen und anderen natürlichen
Nahrungsergänzungsmitteln ist zu einer ernsthaften, wenn nicht
gar existentiellen Bedrohung für die Milliardenmärkte der weitgehend
überflüssigen Pharmapräparate geworden. Hinzu kommt die immer
größer werdende Gefahr von Sammelklagen gegen die Pharmaindustrie
wegen den Nebenwirkungen vieler Medikamente (Vioxx-Skandal etc.).
So versucht die Pharmalobby über den von ihr kontrollierten
Codex Alimentarius, ihre davonschwimmenden Felle auf gesetzlichem
Weg zu sichern.
Von den dreißig Komitees, die unter dem Codex Alimentarius zusammengefaßt
sind, ist eines besonders wichtig: das Codex-Komitee für Ernährung
und diätetische Lebensmittel. Federführend in diesem Komitee
ist die deutsche Bundesregierung durch das Bundesamt für gesundheitlichen
Verbraucherschutz. Deutschland ist das größte Exportland pharmazeutischer
Produkte. Über die Hälfte aller Codex Alimentarius-Mitglieder
stehen direkt oder indirekt auf der Gehaltsliste der Pharmakonzerne.
Gar mehr als drei Viertel vertreten die Interessen dieser multinationalen
Unternehmen. Selbst einige der im Codex Alimentarius vertretenen
‚Verbraucherschutz'-Gruppen sind nichts weiter als von der Industrie
gegründete Tarnorganisationen - beispielsweise die Deutsche
Gesellschaft für Ernährung DGE.
Hans-Ulrich Grimm schreibt in seinem Buch Die Suppe lügt
(vgl. ZS 35, Seite 12), von den 2'578 Delegierten, die zwischen
1989 und1991 an den Codex-Konferenzen teilgenommen hatten, seien
gerade mal 26 von Umwelt- oder Verbraucherschutzorganisationen
entsandt oder zugelassen worden.
Doch damit nicht genug: Die Ansiedlung von Tochterunternehmen
multinationaler Pharmakonzerne in Drittwelt-Ländern wird grundsätzlich
vom Wohlwollen der dortigen Regierungen gegenüber den Codex-Plänen
abhängig gemacht. Industrienationen sind davon keineswegs ausgenommen.
Nur wenige Monate, nachdem der Schweizer Chemie-Multi Novartis
mit seinem Hauptquartier nach Norwegen umgezogen war, unterstützte
die norwegische Regierung plötzlich die Forderungen des Codex
Alimentarius.
Immer weniger Nährwert
Was geht mich das an, mag der eine oder andere sich fragen.
Sehr viel! Denn unsere Umwelt und wir selbst sind mittlerweile
alle so stark belastet, daß eine gesunde, ausgewogene Ernährung
allein uns längst nicht mehr mit allen benötigten Vitalstoffen
versorgen kann, wie das früher einst der Fall war. Sie glauben
das nicht? Daß unser Obst und Gemüse immer weniger Vitalstoffe
wie Mineralien und Vitamine enthalten, bewies eine Studie aus
dem Jahr 2004. Laut Andrea Strata, Nahrungsexperte und Professor
an der Universität Parma, sehen die Produkte zwar besser aus
als vor 20 Jahren, hätten jedoch nur noch die Hälfte ihres Nährwerts.
Schuld sind ausgelaugte Böden, Luftverschmutzung, zu schnelles
Wachstum (pharmazeutische Dünger), widernatürliche Konservierungsprozesse
und zu lange Lagerung/Transportwege.
Der Vergleich zwischen einer 1985 erstellten Studie des Pharmakonzerns
Geigy und den 2002 in einem Karlsruher Lebensmittellabor
(Sanatorium Oberthal) ermittelten Werten von Obst und Gemüse
bestätigt Stratas Aussagen. Die in Klammern angegebene Prozentzahl
bezeichnet jeweils die Differenz zwischen den 1985 und 2002
gemessenen Werten:
-
Brokkoli: Calcium (minus 73%); Folsäure
(minus 62%), Magnesium (minus 55%)
-
Bohnen: Calcium (-51%); Folsäure (-23%),
Magnesium (-31%), Vitamin B6 (-77%)
-
Kartoffeln: Calcium (-78%); Magnesium (-48%)
-
Möhren: Calcium (-24%); Magnesium (-75%)
-
Spinat: Magnesium (-76%), Vitamin C (-65%)
-
Apfel: Vitamin C (-60%)
-
Banane: Calcium (-12%); Folsäure (-79%),
Magnesium (-23%), Vitamin B6 (-95%)
-
Erdbeeren: Calcium (-43%); Vitamin C (-87%).
Die wichtigsten Lebensmittel können uns also je länger je
weniger mit ausreichend Vitalstoffen versorgen. Gleichzeitig
benötigen wir aber immer mehr davon, weil unsere Körper durch
Umweltgifte, technische Strahlung und Streß immer stärker belastet
werden. Dieser sich öffnenden Schere der Mangelversorgung kann
man nur entgehen, wenn man zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel
aus möglichst natürlichen Vitalstoffen einnimmt - und
zwar in ausreichenden Mengen. Doch genau dies will die
Pharmaindustrie mit den internationalen Richtlinien des Codex
Alimentarius verhindern.
Erschreckend unterversorgt?
Daß die Bevölkerung Mangel leidet, findet auch die Pharmalobby.
Allerdings denkt sie dabei nicht an Vitalstoffe. Der Verband
Forschender Arzneimittelhersteller VFA veröffentlichte am
15. Oktober 2004 eine Studie, wonach in Deutschland 25 Prozent
der Bevölkerung medizinisch unterversorgt sind. Aus Sicht der
Pharmaindustrie erhalten mindestens zwanzig Millionen Patienten
zuwenig pharmazeutische Medikamente. Allein zehn Millionen Menschen
mit Bluthochdruck oder Osteoporose würden nicht ausreichend
versorgt, dazu noch einmal sechs Millionen Patienten mit chronischen
Schmerzen. Der Verband spricht von einem "erschreckenden Ausmaß
der Unterversorgung". Schuld an dieser Misere, so der Pharma-Verband,
ist der Kostensenkungsdruck in der gesetzlichen Krankenversicherung.
VFA-Vorstandschef Andreas Barner: "Wir wissen, daß es die Ärzte
immer schwerer haben, den Patienten innovative Arzneimittel
zu verordnen."
Statt dessen kaufen immer mehr Leute Nahrungsergänzungen, welche
die Kassen nicht belasten - das muß den Pharma-Vorständen sauer
aufstoßen! Der Verein ProGesundheitSchweiz schätzt, daß
über die Hälfte der Schweizer Bevölkerung gelegentlich zu irgendwelchen
Vitaminpräparaten greift. Fast dreißig Prozent von ihnen nehmen
solche sogar regelmäßig ein.
Beliebte Alternativmedizin
Komplementärmedizin ist ‚in'. Man setzt die Hoffnung vermehrt
in Naturheilverfahren, Alternativ-Medizin und Nahrungsergänzungen.
Amerika kommt hier die Vorreiterrolle zu. Mehr als ein Drittel
aller Amerikaner wendet bei sich selbst die Komplementärmedizin
an - meist aus eigenem Antrieb und ohne Konsultation des Hausarztes.
Besonders beliebt sind die Nahrungsergänzungsstoffe, deren Herstellung
und Vertrieb allein in den Vereinigten Staaten zu einem Industriezweig
mit mehr als 18 Milliarden Dollar Jahresumsatz gediehen. So
fließt viel Geld an den Taschen der Pharma-Multis vorbei. Geld,
das vor allem gebildete Leute ausgeben. Der Konsum von Ergänzungsstoffen
zeigt nämlich eine positive Korrelation mit der Schulbildung.
Aus diesem Grund versucht die Pharmalobby, die Position der
pharmazeutischen Arzneimittel in der Öffentlichkeit gegen die
Konkurrenz aus dem Schoß von Mutter Natur zu verteidigen. Das
geht am besten mit der Suggestion, natürliche Mittel würden
nicht einmal entfernt die Wirkkraft von pharmazeutischen Stoffen
aufweisen. So stand beispielsweise in der Neuen Zürcher Zeitung
vom 26. Januar 2005: "Doch auch ein hohes Bildungsniveau schützt
nicht vor wissenschaftlich fragwürdigen Erwartungen, die oft
in Bezug auf komplementäre Maßnahmen im Umlauf sind. Bei einer
Befragung [in den USA] drückten fast zwei Drittel der Anwender
von Nahrungsergänzungspräparaten die Überzeugung aus, diese
hülfen gegen Erkältungen, und mehr als die Hälfte glaubten an
einen Nutzen gegen Arthritis und Depressionen. Daß solche meist
in Pillenform eingenommenen Stoffe eine Krebstherapie unterstützen
können, glaubten 35 Prozent der Befragten, 16 Prozent hielten
gar eine Linderung von Aids-Symptomen für denkbar."
Ein weltbekannter deutscher Mediziner hat bewiesen, daß solcher
Glaube längst kein Aberglaube mehr ist. Vitalstoffe wie Vitamine
und Mineralien sind nicht nur Voraussetzung für eine intakte
Gesundheit, sondern sie können sogar die meisten schweren Zivilisationskrankheiten
heilen. Dr. Matthias Rath (www.drrath.com), Schüler und Nachfolger
des amerikanischen Vitaminpapstes Linus Pauling, belegte dies
mit einer Vielzahl von Studien und noch mehr Erfahrungsberichten
(vgl. ZS 19, Seite 3). In dieser Erkenntnis wird die ganze schändliche
Tragweite des von der Pharmalobby geführten Kampfes gegen Nahrungsergänzungen
offenbar - er ist ein ‚Verbrechen gegen die Menschheit'.
‚Natürliche' und ‚künstliche'
Vitalstoffe
Warum aber will die Pharmaindustrie Nahrungsergänzungen aus
natürlichen Rohstoffen unbedingt vom Markt verdrängen? Weil
sie die meisten pharmazeutischen Medikamente überflüssig machen,
ist noch nicht die ganze Wahrheit. Schließlich könnten die Chemie-Multis
ja ebenfalls ins Geschäft mit den Nahrungsergänzungen einsteigen
- was sie übrigens auch tun. Nur gibt es dabei leider ein Problem:
Was bereits in der Natur vorhanden ist - Vitamine, Spurenelemente,
Mineralien, Enzyme etc. - kann nicht patentiert werden. Ohne
juristischen Patentschutz muß sich ein Produkt der lästigen
Konkurrenz im offenen Markt stellen. Und das drückt auf die
Gewinnmarge. Wer nicht alleiniger Anbieter ist, kann nämlich
auch keine Fantasiepreise verlangen, wie das bei vielen patentrechtlich
geschützten Pharmapräparaten der Fall ist. Hinzu kommt, daß
Vitalstoffe, die man mit oft aufwendigen Verfahren aus natürlichen
Rohstoffen gewinnt, relativ teuer in der Herstellung sind. Ein
synthetisch in großen Mengen produziertes Vitamin beispielsweise,
wie es die Pharmariesen anbieten, kann viel billiger hergestellt
werden - verspricht ergo deutlich mehr finanziellen Gewinn.
Nur leider sind diese synthetisch hergestellten anorganischen
Vitamin-Präparate etc. für den Körper von minderwertiger Qualität,
weil sein Stoffwechsel sie gar nicht richtig verarbeiten kann.
Ein Vitalstoff entfaltet nämlich nur dann seine volle Wirkkraft,
wenn er in der richtigen synergetischen Kombination von Vitaminen,
Enzymen und Pflanzenextrakten eingenommen wird - nämlich in
möglichst natürlicher Form. Deshalb ist beispielsweise der schonungsvoll
zu einem Pulver verarbeitete Saft von ausgereiftem, biologisch
gezogenem Obst oder Gemüse jedem synthetisch hergestellten Industrie-Vitamin
vorzuziehen. Das gilt selbstverständlich auch für Mineralien,
Enzyme etc.
Manipulierte Medienschlachten
Dank Menschen wie Dr. Matthias Rath läßt sich die Heilkraft
guter Nahrungsergänzungen nicht länger verschweigen. Deshalb
versucht man immer wieder, die Exponenten der ‚Vitamin-Lehre'
in der Öffentlichkeit zu diskreditieren. So fuhr das Pharmakartell
unter anderem mit der Bild-Zeitung schweres publizistisches
Geschütz gegen Dr. Rath auf. Ende Januar 2005 zitierte das Schlachtschiff
des Springer-Konzerns den CDU-Abgeordneten Karl-Heinz Florenz
mit den Worten: "Erklärtes Ziel ist es, diesem skrupellosen
Scharlatan das Handwerk zu legen."
Das ist durchaus verständlich. Schließlich stellte Matthias
Rath seine Gesundheits-Allianz und die von ihm entwickelte Zellular-Medizin
unter das Motto "Gesundheit für alle bis 2020". Würde dieses
Ziel erreicht, stünde die pharmazeutische Arzneimittelindustrie
vor dem Bankrott - was auch für Karl-Heinz Florenz Konsequenzen
hätte. Der EU-Abgeordnete geht nämlich laut der Koordination
kritischer Bayer-Aktionäre bei dem Chemieriesen ein und
aus. Und in Fachblättern wie dem Novartis-Magazin macht er sich
für die Patentierung von genmanipulierter Nahrung stark.
Die Massenmedien haben diesbezüglich sowieso eine Schere im
Kopf - man will ja keine guten Anzeigenkunden vergraulen. Manchmal
reicht der Filz bis in die höchsten Ebenen. So hat der Springer
-Verlag, dessen Blätter Bild und Bild am Sonntag
sich auf Rath eingeschossen haben, zusätzliche Bande zur Pharmaindustrie:
Aufsichtsratvorsitzender Giuseppe Vita ist gleichzeitig Aufsichtsratvorsitzender
des Pharma-Multis Schering, der sich unter anderem auf
Hormonpillen und Chemotherapeutika spezialisiert hat.
Nebenwirkungen inklusive
Der Pharmalobby reicht es indes nicht aus, die Heilwirkung von
Naturpräparaten zu diskreditieren. Sie schürt zudem die Angst
vor ihren angeblichen Nebenwirkungen. In gewissen Fällen existieren
diese zwar, doch sind sie gering verglichen mit dem Ausmaß der
Nebenwirkungen pharmazeutischer Medikamente, die jedes Jahr
Hunderttausenden von Menschenleben kosten.
Es ist auch korrekt, daß Naturpräparate die Wirkung von pharmazeutischen
Mitteln verändern können, wenn man sie zusammen einnimmt. Doch
diese Gefahr besteht ebenso beim alltäglichen Chemie-Cocktail
an Pillen und Tabletten, der so vielen älteren Menschen bedenkenlos
zugemutet wird. Kein Arzt und kein Forscher kann alle potentiellen
Interaktion dieser Medikamente vorhersehen - was der Patient
unter Umständen mit dem Leben bezahlt.
In einem Offenen Brief an das amerikanische Volk, der in der
New York Times vom 23. Januar 2005 erschien, nennt Dr.
Rath Zahlen: "Ihre Gesundheit wird bedroht durch die Nebenwirkungen
von Pharma-Präparaten, die ein epidemieartiges Ausmaß angenommen
haben. Die tödlichen Nebenwirkungen von Vioxx, Celebrex,
Lipitor und Prozac sind keine Ausnahmen - sie sind
die Regel. Die meisten Pharma-Präparate sind synthetische Produkte,
die unser Körper als ‚Gift' einstuft, und die Organschäden und
andere schwerwiegende Nebenwirkungen hervorrufen. Nach Angaben
der amerikanischen Ärztekammer (AMA) erleiden eine Million Menschen
allein in den USA durch die Einnahme von Pharma-Präparaten schwere
Gesundheitsschäden und mehr als 100'000 Amerikaner sterben als
direkte Folge davon."
Verständlich, daß die Pharmaindustrie sich vor einer Flut von
Sammelklagen fürchtet. Dem will Präsident Bush einen Riegel
schieben: Er macht sich für eine ‚medizinische Schadenersatzreform'
stark, welche die Chemie-Multis vor Sammelklagen schützen soll.
Vorbild USA
Gleichzeitig versucht die US-Regierung, das Gesetz zur Vitaminfreiheit
(Dietary Supplement Health and Education Act) auszuhebeln,
welches den Amerikanern seit 1994 den freien Zugang zu Nahrungsergänzungen
und Informationen über ihre gesunden Wirkungen garantiert. Vor
der Einführung dieses stark gelockerten Gesetzes mußten neue
Nahrungsergänzungen extrem teure und restriktive Prüfungsauflagen
erfüllen. In der Folge kamen kaum Produkte auf den Markt. Und
diese wenigen Präparate waren wegen den hohen Zulassungskosten
viel zu teuer.
Doch seit der Liberalisierung der Nahrungsergänzungen - welche
nicht als Arzneimittel eingestuft sind - boomt der amerikanische
Markt: Das Produktangebot ist viel größer, die Preise sind massiv
billiger und das Gesundheitsbewußtsein in der Bevölkerung hat
sich deutlich verbessert - und dies alles, ohne daß der Konsumentenschutz
darunter gelitten hätte. Unter dem Druck der Pharmalobby wollen
die europäischen Behörden nun nicht etwa dem amerikanischen
Vorbild nacheifern, sondern restriktive Regelungen durchsetzen,
die auf dem alten, gescheiterten US-System basieren. Mittel
zum Zweck sind die internationalen Harmonisierungsbestrebungen
im Rahmen des Codex Alimentarius, die mit der ‚EU-Direktive
für Nahrungsergänzungen' und dem neuen Schweizer Heilmittelgesetz
umgesetzt werden.
Verkaufte Gesundheit
Der Schachzug der Chemie-Multis ist ebenso einfach wie wirkungsvoll:
Frei erhältliche Nahrungsergänzungen sollen künftig nur noch
so lächerlich geringe Dosierungen an Vitalstoffen enthalten
dürfen, daß sie faktisch wirkungslos sind (und damit die pharmazeutischen
Pillen/Tabletten nicht konkurrenzieren).
Höher dosierte Präparate hingegen werden neu als Heilmittel
eingestuft und fallen damit unter die sehr strengen gesetzlichen
Bestimmungen für Medikamente. Hier stellen teure Zulassungsverfahren
eine Hürde dar, die praktisch nur von finanzstarken Chemie-Multis
genommen werden kann. Viele der kleineren Hersteller von natürlichen
Nahrungsergänzungen werden auf diese Weise aus dem Markt gedrängt.
Außerdem sind ‚Heilmittel' nicht frei verkäuflich, sondern dürfen
nur von Apotheken abgegeben werden - die mehrheitlich den pharmazeutischen
Unternehmen verpflichtet sind und ihre Kunden entsprechend beraten.
Diese Strategie des Pharmakartells kommt dem Ausverkauf unser
aller Gesundheit gleich. Dies offenbart sogar - wenn auch indirekt
-die Medieninformation des Davoser World Economic Forum
vom 21. Januar 2004 mit den Worten: "Nur in Expertenkreisen
ist man sich bewußt, was Vitamin- und Mineralienmangel für die
Menschen und Länder weltweit bedeuten. (…) Vitamin- und Mineralienmangel
schädigt das Immunsystem, führt zu Geburtsschäden und verurteilt
zwei Milliarden Menschen, unter ihrem physischen und geistigen
Potential zu leben."
PS.
Sie, lieber Leser, liebe Leserin, können etwas dagegen unternehmen.
Wie, erfahren Sie in den zwei nachfolgenden Artikeln!
Vitamin-Initiative Schweiz
Seit dem 1. Januar 2004 ist in der Schweiz das neue Heilmittelgesetz
in Kraft getreten, das die auf dem Codex Alimentarius basierenden
EU-Normen umsetzt. Die "hochdosierten Vitalstoffe" werden bald
nur noch als Arzneimittel in Apotheken erhältlich sein. Die
für die Zulassung nötigen teuren klinischen Studien werden sich
vor allem pharmazeutische Großkonzerne leisten können, welche
so faktisch die Kontrolle über den Markt hochdosierter ‚Nahrungsergänzungs-Medikamente'
erhalten. Die neuen gesetzlichen Höchstdosierungen für frei
verkäufliche Nahrungsergänzungen sind gleichzeitig viel zu niedrig
angesetzt.
Deshalb verlangt eine Volksinitiative die Liberalisierung des
Vitamin- und Nahrungsergänzungsmarktes in der Schweiz. Denn
solche Präparate gehören zur Grundversorgung und müssen der
Bevölkerung ohne Einschränkung zur Verfügung stehen.
Wirksame (!) Nahrungsergänzungen fördern die Gesundheit und
steigern die Lebensqualität. Damit senken sie die Kranken- und
Pflegekosten und reduzieren teure medizinische Verfahren - ein
wichtiger Schritt in Richtung Prävention, weg vom symptomorientierten
Krankensystem. Die Schweiz gewährt ihren Bürgern als einziges
Land Grundrechte, die eine solche Volksinitiative überhaupt
möglich machen. Deshalb nütze sie, wer kann! Der Schweizer Ausgabe
der ZeitenSchrift
Nr. 46 liegt ein Unterschriftenbogen der Vitamin-Initiative
bei. Falls Sie die Initiative unterstützen möchten, senden Sie
den Bogen bitte möglichst weitgehend ausgefüllt an untenstehende
Adresse zurück.
Bis Oktober 2005 müssen 120'000 Unterschriften
gesammelt werden.
Weitere Bögen und zusätzliche Informationen erhalten Sie bei:
Vitamin-Initative Schweiz, Postfach 362, CH-3052 Zollikofen.
Tel. 031-919 13 78, Fax 031-91913 14.
www.vitamin-initiative.ch
EU-Direktive zu Nahrungsergänzungen
Die Bürger der Europäischen Union laufen Gefahr, ihr Recht auf
wirksame Nahrungsergänzungen in den nächsten Monaten zu verlieren.
Basierend auf dem Codex Alimentarius schuf die EU-Kommission
eine ‚Direktive zu Nahrungsergänzungen', welche bereits in die
nationale Gesetzgebung der Mitgliedstaaten Einzug gehalten hat
(Juli 2003).
Sofern man sie juristisch nicht anfechten
kann, werden ab August 2005 mehr als 300 wirksame und in biologischer
Form erhältliche Zellnährstoffe verboten, die in über 5'000
unbedenklichen Vitamin- und Mineralprodukten enthalten sind!
Dies schließt eine Vielzahl der sichersten, hochgradig resorbierbaren
und wirksamsten aus natürlichen Nahrungsmitteln gewonnenen Formen
ein, unter anderem: Natürliche Vitamine wie Tocopherole/Tocotrienole
(natürliches Vitamin E), Carotinoide und Methylcobalamin, alle
Formen von Schwefel, Bor, Vanadium, Silizium und die meisten
Spurenelemente, die am leichtesten resorbierbaren Formen von
Kalzium, Magnesium, Zink, Selen, Chrom und Molybdän. Die EU-Direktive
wird die Dosierung von Vitaminen und anderen Nährstoffen in
Produkten drastisch beschränken und sämtliche hochdosierten
Präparate vom Markt nehmen. Sie sieht ebenfalls zukünftige Beschränkungen
bei anderen Nährstoffen als Vitaminen und Mineralien vor, etwa
bei Fettsäuren, Aminosäuren, Enzymen, Probiotika, Phytonährstoffen
etc.
Mit ihrer Direktive will die EU-Kommission einheitliche Zulassungsverfahren
zum ‚Schutz des Konsumenten' durchsetzen. Das bedeutet: Alle
Produkte, die von der EU nicht ausdrücklich zugelassen werden
und auf einer sogenannten ‚Positiv-Liste' erscheinen, sind automatisch
verboten. Die für die Zulassung erforderlichen klinischen Studien
sind indes so teuer, daß sich dies viele kleinere Hersteller
nicht werden leisten können und vom Markt verschwinden. Übrig
bleiben in erster Linie die multinationalen Pharmakonzerne.
- Außerdem sollen Gesundheitsaussagen bezüglich Nahrungsergänzungen
strafbar werden.
Viele Bürgergruppen wehren sich gegen die Entmündigung durch
die EU-Kommission, allen voran die internationale Alliance
for Natural Health. Diese in England ansässige Organisation
hat die besten Anwälte für EU-Recht verpflichtet (die einzige
Gruppe, der es je gelang, eine EU-Direktive aufzuheben), um
die ‚Direktive zu Nahrungsergänzungen' vor dem Europäischen
Gerichtshof anzufechten. Der juristische Weg ist die einzige
Möglichkeit, die Menschen Europas vor der rücksichtslosen Politik
der pharmazeutischen Industrie zu schützen - doch das kostet
Spendengeld. Der Fall wurde am 25. Januar 2005 vor dem Europäischen
Gerichtshof in Luxemburg angehört und errang einen wichtigen
Etappensieg:
Am 5. April 2005 befand der Generalanwalt des Europäischen
Gerichtshofes die ‚EU-Direktive zu Nahrungsergänzungen' für
illegal, weil sie geltendes EU-Recht verletze.
Dieser Schlußantrag durch den wichtigsten Berater des höchsten
Gerichts Europas wiegt viel, weil die Richter in ihrem Urteilsspruch
häufig den Empfehlungen des Generalanwaltes folgen. Das Gericht
wird seinen Entscheid voraussichtlich im Juni 2005 verkünden.
Deshalb muß der Druck aus dem Volk jetzt erst recht spürbar
werden. Unter der Internetadresse www.laleva.cc/petizione/deutsch/petition_de.html
finden Sie eine Petition gegen die EU-Direktive.
Oder besuchen Sie die Homepage von Dr. Rath: www.drrath.com.
Wenn sie diesen für Europas Gesundheit so wichtigen Kampf unterstützen
möchten, wenden Sie sich bitte an folgenden Kontakt in Großbritannien,
wo Sie unter anderem auch Flugblätter in Deutsch erhalten können:
Alliance for Natural Health (ANH), Tel. 0044 (1252) 371 275
E-mail: info@alliance-natural-health.org
www.alliance-natural-health.org
Weitere interessante Artikel finden Sie in unserer Ausgabe
Nr. 46 lesen.
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© 2005 ZeitenSchrift
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