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Das mach’ ich doch mit links!

Wir leben in einer Welt der gegensätzlichen Pole, von plus und minus, männlich und weiblich, Yin und Yang. Dieses Naturgesetz ist auch dann wirksam, wenn es um die Frage geht, welcher Hand wir den Vorzug geben – der rechten oder der linken. Ist Linkshändigkeit daher eine Zwischenstufe auf unserem Weg hin zu vollkommener Harmonie und Ausgeglichenheit?

Von Sandra Walter -Wyss

Wissen Sie, was Julia Roberts gemeinsam hat mit Mahatma Gandhi? Albert Einstein mit Ludwig van Beethoven? Ronald Reagan mit Leonardo da Vinci? Albert Schweitzer mit Jeanne d’Arc und Winston Churchill mit Angelina Jolie, Michelangelo mit Johann Wolfgang von Goethe? Sie sind allesamt Linkshänder! Sicher haben Sie sich auch schon über das Phänomen der Linkshändigkeit gewundert und sich gefragt: Was bedeutet sie? Woher kommt sie? Was sind ihre Ursachen? Sind mit Linkshändigkeit besondere Talente verbunden? Vielleicht finden Sie es einfach nur merkwürdig oder manchmal sogar ein bißchen unheimlich, wenn Linkshänder vieles andersherum machen. Denn was immer so ein Linkshänder tut, ob er nun Brot schneidet, eine Krawatte bindet oder strickt – die Art, wie er oder sie es tut, verletzt in Ihren Augen alle rechtshändigen Regeln der Kunst, oder nicht? Da ich selbst Linkshänderin bin, erinnere ich mich etwa an jene Situation, als ich als junges Mädchen eine Woche Ferien bei einer Freundin verbringen durfte und eines Tages die Aufgabe hatte, den Tisch zu decken.

   

Als der ältere Bruder meiner Freundin entdeckte, daß Messer und Gabel „verkehrt“ neben den Tellern lagen – die Gabel also rechts und das Messer links – empörte er sich hochgradig darüber. Das Ganze war mir äußerst peinlich und ich war damals zu schüchtern, als daß ich meine Linkshändigkeit verteidigt hätte. Unsere Welt ist für Rechtshänder gestaltet.

 
Linkshändige Schauspieler: 1 Charles Chaplin, 2 Rock Hudson, 3 Pierce Brosnan, 4 Robert Redford, 5 Robert de Niro, 6 Johnny Depp, 7 Telly Savalas.
   

Von Telefonzellen, Werkzeugen, Autos und Haushaltsgegenständen über Fotoapparate und Männerunterhosen bis hin zu Tischsitten und Begrüßungsriten. Die unausgesprochene Norm lautet: Rechts ist richtig. Linkshänder hingegen sind Ausnahmen, sie gehören zu einer Minderheit, und Minderheiten sind meist verdächtig. Es wird geschätzt, daß etwa zehn bis fünfzehn Prozent aller Menschen linkshändig sind. Doch was ist der Grund, daß es nur so wenige sind und die überwiegende Mehrheit rechtshändig ist?Fast ebenso lang wie die geschriebene Geschichte währt, haben sich Menschen darüber den Kopf zerbrochen, warum manche von uns die linke Hand der rechten vorziehen. Die Wissenschaft weiß hierzu bis heute keine schlüssige Antwort. Zuallererst müssen wir uns jedoch fragen, woher es kommt, daß wir überhaupt eine Vorzugshand haben, und weshalb dies bei den meisten Menschen ausgerechnet die rechte ist.
Das Wort „rechts“ hängt geschichtlich mit „recht“ bzw. „richtig“ zusammen. Es kommt vom alt- und mittelhochdeutschen Wort „reht“ bzw. von dem germanischen „rehta“, was rechts, gerade und richtig meint. Verwandt ist es auch mit dem indogermanischen „reg“, was lenken, richten, leiten heißt, und dem lateinischen „regere“, auf Deutsch regieren.
Ganz anders steht es um das Wort „links“. Seit dem Mittelhochdeutschen gibt es das Adjektiv „link“ oder „lenca“. Beides entspricht dem älteren schwedischen „link“, was mit lahm gleichzu set zen ist. Das neuschwedische „linka“ bedeutet hinken und humpeln und „slinke“ schwanken, schlottern, hinken. „Link“ ist zum einen das Gegenteil von „recht“, es wird aber auch im Sinne von unbeholfen und ungeschickt gebraucht. Das englische Wort „left“ heißt neben links auch lahm und schwach, das gilt auch für das französische „gauche“, das zudem schwankend bedeutet.
Und da befinden wir uns jetzt auf einer heißen Spur: Nach der alten chinesischen Weisheitslehre des Taoismus leben wir in einer Welt der Polaritäten, einer Welt, die geprägt ist von den sich ergänzenden und gegenseitig bedingenden Prinzipien Yin (chin.: dunkel) und Yang (chin. strahlend oder hell). Demnach repräsentiert die linke Hand das negative, einströmende und empfangende, weibliche (umfassende) Prinzip des ‚Yin‘ und die rechte Hand das positive, hinausgehende und gebende, männliche (schöpferische) Prinzip des ‚Yang‘. Oder anders gesagt: Die linke Hand ist negativ polarisiert und die rechte Hand positiv. Ein Werturteil ist damit nicht verbunden, vielmehr ergänzen sich die beiden Gegenpole und bilden zusammen ein harmonisches Ganzes. Unterstützt und ergänzt wird dieses Naturge set z von der esoterischen Lehre, wonach wir die Energie, das Leben und die Liebe Gottes (Polarisation +) durch unsere linke Hand (-) empfangen und sie dann mit Weisheit entsprechend des entwickelten Bewußtseins lenken und durch die rechte Hand (wiederum +) mit Kraft aussenden. Wir leiten und lenken die Energie Gottes also tatsächlich mit der rechten Hand, wie es die oben erwähnte ursprüngliche Bedeutung des Wortes „rechts“ auch andeutet. Und es ist diese uns in Liebe zur Verfügung gestellte, schöpferische Energie, die wir Menschen in der physischen Welt durch unsere Tätigkeiten in die Manifestation bringen, sei es nun durch Malen, das Verfassen von Literatur und Gedichten, durch den Entwurf von Plänen in der Architektur, durch Handwerk und Kunst aller Art – alles ausgeführt durch die rechte Hand – normalerweise!

Linkshänder: Blonde, hoch begabte Vegetarier
Bevor wir uns nun mit den Ursachen der Ausnahmen der Linkshänder befassen, schauen wir uns einmal an, was die Statistik sagt:

Aufgrund dieser Statistik nannte Hermann-Josef Zoche die Linkshänder in seinem Buch über deren besonderen Talente 1) blonde, hoch begabte Vegetarier. Doch was genau hat es nun mit dieser Linkshändigkeit auf sich? Die Welt der heutigen Wissenschaft wird solange keine Antwort auf diese Frage finden, bis sie das Naturge set z der Reinkarnation und die alte (und jetzt erneuerte) Geisteswissenschaft über die Ursprünge des Lebens in ihr Denken mit einbezieht.
Demnach wurde jeder von uns „am Anfang“ als ein „Geistfunken“ erschaffen, als ein Vollkommenes Wesen, das sowohl männlich (Yang) als auch weiblich (Yin) war. Erst danach wurde dieser ‚Geistfunken‘ in zwei Teile getrennt, einen positiven (+), männlichen und einen negativen (–), weiblichen. Somit erhielten wir nicht nur unsere ewige entweder männliche oder weibliche Individualität, sondern auch unsere Zwillingsseele (oder Zwillingsflamme) – unser genaues Gegenstück und unsere Ergänzung, mit welcher wir uns eines Tages wieder zum liebenden Paar vereinen werden 2). Auf unserer Reise durch die zahlreichen Verkörperungen mit ihren Myriaden von Lebenserfahrungen kommen wir irgendwann an einen Punkt, da das Kosmische Ge set z uns als ‚reif‘ erachtet, daß sich unsere Seele in einem Körper des entgegenge set zten Geschlechts zu inkarnieren vermag. Wenn dies zum erstenmal geschieht, wird dies für die meisten solchen Menschen natürlich eine befremdliche Erfahrung sein. Und wenn keine verständigen Eltern da sind, welche ein solches Kind, das eigentlich dem anderen Geschlecht angehört, darin unterweisen können, daß es selbst für diese Verkörperung gewählt hat und als fortgeschritten genug erachtet wurde, einmal in die Rolle des entgegenge set zten Geschlechts zu schlüpfen, dann wird die heranwachsende Seele sich natürlicherweise zu Menschen hingezogen fühlen, welche dem gleichen Geschlecht angehören wie sie selbst. Und nun sind wir wieder beim Ge set z der Polarität angelangt: Damit ein solcher homosexueller (d.h. „gleichgeschlechtlicher“) Lebensstrom die Polarität seiner Individualität besser in Einklang mit seinem andersgepolten Körper bringen kann, wird er in den meisten Fällen als Linkshänder geboren. Denn die linke Körperhälfte ist immer weiblich polarisiert (Yin), egal, ob es sich um Frauen oder Männer handelt. Das ist der Grund, daß es unter den wahren männlichen Homosexuellen (welche also weibliche Lebensströme in einem Männerkörper sind) so viele talentierte Chefköche, Modeschöpfer, Friseure, Künstler, Musiker, Bühnenbildner, Innenarchitekten und kreative Leute gibt, denn ihre Linkshändigkeit sowie ihre innere, weibliche Natur verbindet sie mit der kreativen rechten Gehirnhälfte; und gewöhnlich haben sie eine Dominanz des linken Auges – alles im Gleichgewicht. Im Gegensatz dazu haben sogenannte Lesben (welche also meistens männlich in einem weiblichen Körper sind) oft noch stark männliche Züge in ihrem physischen Ausdruck und sind weit weniger kreativ, als wenn sowohl ihre Seele als auch ihr Körper weiblich wären. Doch auch sie sind meist Linkshänder, verbunden mit der vorherrschenden rechten Gehirnhemisphäre, jedoch gewöhnlich mit einer Dominanz des rechten Auges.
Deshalb gibt es unter den Homosexuellen und Lesben so viele, die absolut davon überzeugt sind, daß sie im „falschen Geschlecht“ geboren wurden. In Wirklichkeit sind sie jedoch meist fortgeschrittene Seelen, welche sich für die höheren Künste des Lebens interessieren.
Es gab bisher nur einen nennenswerten Psychoanalytiker, welcher mit seiner Theorie ziemlich nahe an dieses Prinzip kam und Linkshändigkeit in Zusammenhang mit Homosexualität brachte: Wilhelm Fleiß, ein Schüler von Sigmund Freud, verband Linkshändigkeit mit der uralten (nicht nur bei den Chinesen bekannten) Kombination von links und weiblich (während rechts seit jeher mit männlich verbunden wird) und folgerte daraus, daß Linkshändigkeit mit einem unnatürlich hohen Anteil an Eigenschaften des jeweils anderen Geschlechts zusammenhängt.

(…)

In ihrem Artikel gibt die Autorin noch eine weitere, hochinteressante geistige Ursache für Linkshändigkeit und bietet anhand eines einfachen Testes die Möglichkeit, dass sich jeder Leser selber auf seine Händigkeit testen kann – wie stark also die eigene Neigung zum Rechts- Links- oder Beidhänder ist. Ausserdem erklärt sie, welche konkreten Auswirkungen die Linkshändigkeit auf das Gehirn hat, und weshalb man Linkshänder unter keinen Umständen auf die andere Hand umerziehen sollte.

1) Hermann-Josef Zoche: Ich sehe die Welt auch von der anderen Seite, Ariston Verlag (Für Buchmarkt bitte hier klicken).

2) Einen Artikel zum Thema Dualseelen finden Sie in Nr. 30


Den ganzen Artikel finden Sie in unserer Druckausgabe Nr.54.

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