Jedes Jahr verbrennen
Juden am Tag des jüdischen Purim-Festes die israelische
Flagge. Dieses Jahr nahmen Tausende in der ganzen
Welt daran teil - im New Yorker Stadtteil Brooklyn
ebenso wie beispielsweise in London oder Israel.
Rabbi Yisroel Dovid Weiß, der Sprecher der antizionistischen
Vereinigung Neturei Karta, bezeichnete die diesjährigen
Purim-Protestdemonstration als so erfolgreich wie
nie zuvor. Allein in Brooklyn hätten über tausend
Menschen teil genommen.
"Das jüdische Volk erwacht und erkennt das wahre Gesicht
des Zionismus, seine Mißachtung der Thora-Gebote ebenso,
wie seine feindselige Haltung gegenüber allen Nichtjuden
im allgemeinen und den Palästinensern im speziellen",
erklärte Rabbi Weiss. "Die Ablehnung des Zionismus
ist der einzige Weg zum Frieden", meinte der tiefgläubige
Jude, "und das zeigen wir symbolisch durch das Verbrennen
der israelischen Flagge. Damit machen wir klar, daß
der Staat Israel entgegen seinen absurden Behauptungen
nicht das jüdische Volk repräsentiert."
Rabbi Weiss sieht die Mission der Juden an einem anderen
Ort: "Das Weltjudentum hat die Pflicht, patriotische
Bürger ihrer jeweiligen Heimatländer zu bleiben und
mit allen Menschen in Frieden zu leben. Im Heiligen
Land bedeutet dies, die palästinensische Souveränität
über das Land zu anerkennen. Deshalb tragen wir die
palästinensische Fahne mit uns, wenn wir die israelische
Flagge verbrennen."
Wenn Sie mehr über die Ansichten von Neturei Karta
und der Israelkritischen Thora-Juden erfahren und
die historischen Hintergründe und politischen Absichten
des Zionismus studieren möchten, so lesen Sie bitte
unseren ausführlichen Bericht in unserer Ausgabe Nr.
36 mit dem Titel: "Die Zionisten haben das Herz des
Judentums attackiert." Dieser Satz stammt übrigens
von Rabbi V. Soloveichik.
So glaubt denn auch der streitbare Rabbi Weiss, daß
die größten Leiden der Juden im 20. Jahrhundert durch
den Zionismus mitverursacht worden seien. "Sie schüren
absichtlich den Antisemitismus, um sich dann als Retter
in der Not präsentieren zu können." Außerdem würde
der Staat Israel aus eigennützigen Interessen einen
Krieg gegen die Palästinenser führen, der dem Ansehen
und der Sicherheit des Judentums schade; es gäbe momentan
sowieso keinen gefährlicheren Aufenthaltsort für Juden
als Israel.
"Der zionistische Kleinstaat steht vor dem wirtschaftlichen
Bankrott"; glaubt Rabbi Weiss, "Israel kann ohne die
massive finanzielle Hilfe vor allem des amerikanischen
Steuerzahlers nicht überleben."
Israel als Nährboden für die Neue Weltordnung?
Doch Überleben muß das zionistische Israel um jeden
Preis - auch wenn es nach wie vor ein Dorn im Fleisch
der arabischen Welt darstellt und der Nahostkonflikt
weit von einer friedlichen Lösung entfernt ist. -
Wäre es möglich, daß genau dies von Anbeginn an die
Absicht hinter der Staatsgründung von Israel war,
nämlich den arabisch-israelischen Konflikt als Funke
für einen Weltkrieg zu benützen, auf den dann eine
Neue Weltordnung folgen kann?
Das behauptet jedenfalls ein längst vergessenes Buch,
das vor bald dreißig Jahren von dem Amerikaner Thomas
Kiernan geschrieben worden ist. Das Werk trägt den
Titel ‚The Arabs: Their History, Aims and Challenge
to the Industrialized World' (Die Araber: Ihre Geschichte,
Ziele und Herausforderung an die industrialisierte
Welt). Am Ende dieses Buches zitiert Kiernan einen
hohen Beamten im amerikanischen Außenministerium -
mit großer Wahrscheinlichkeit Außenminister Henry
Kissinger selbst.
Auf die Frage Kiernans, ob der Nahostkonflikt je ohne
einen Weltkrieg gelöst werden könne, antwortete der
hohe Staatsbeamte mit dem freimaurerischen Symbol
einer Pyramide: "Die Entwicklung des Nahostkonfliktes
kann mit der Konstruktion einer auf dem Kopf stehenden
Pyramide verglichen werden. Die Spitze - auf der in
diesem Fall die ganze Pyramide balanciert - wurde
geformt aus dem unausweichlichen Konflikt zwischen
fremden Zionisten, ihren Bedürfnissen und Ambitionen
einerseits, und dem Stolz und den Bestrebungen der
ansässigen arabischen Bevölkerung andererseits."
Wir können dieser Aussage entnehmen, daß es für den
ungenannt bleiben wollenden Spitzenbeamten klar war,
daß die Gründung Israels in jedem Fall einen lokalen
Konflikt nach sich ziehen würde. Der Mann - Kissinger?
- fährt fort: "Während die Pyramide anwuchs, steuerte
jeder der neu hinzugekommenen Steine weitere Elemente
zum Konflikt bei: die Leidenschaften und Bedürfnisse
ausländischer Interessen, die Leidenschaften und Bestrebungen
weiterer nationaler Gruppierungen innerhalb der arabischen
Welt.
Jede weitere Lage von Steinen verwickelte mehr von
der Welt in diesen Streit. Jetzt [Mitte der Siebziger
Jahre; Anm. des Verfassers] ist die Pyramide fertig
erstellt. Und hier steht sie also, unbalanciert schwankend
auf ihrer Spitze stehend, während ihre vier Enden
in jeden Winkel der Welt hinausreichen."
Der Nahe Osten hat mit anderen Worten die ganze Welt
in seine Konflikte mit hineingezogen, was sich aktuell
nicht nur am Irakkrieg und der ihm vorausgegangenen
Kluft innerhalb der Nato zeigt, sondern auch im Krieg
zwischen Palästinensern und Israelis, der seit Jahren
die Zeitungen füllt.
"Wir alle wissen, daß eine Pyramide unmöglich ohne
äußere Hilfe auf dem Kopf stehen kann", wird der US-Beamte
in Kiernans Buch weiter zitiert. "Bis jetzt wurde
die Pyramide an ihren vier Eckpunkten vom Rest der
Welt gestützt. Obwohl sie ab und zu gefährlich schwankte,
gelang es ihr immer wieder, mehr oder weniger aufrecht
stehen zu bleiben. Aber die Anstrengung, diesen Status
Quo aufrecht zu erhalten, setzt jene, die das tun,
einem immer größeren Druck aus. Psychologen sagen,
daß sich der Druck über zwei mögliche Ventile abbaut:
Entweder kommt es zu einer Explosion oder zu einem
Rückzug. Das ist der Kampf- oder Fluchtmechanismus,
der ein fundamentaler Teil der menschlichen Psyche
ist.
Nun sagen Sie es mir: Wird der Nahostkonflikt friedlich
beigelegt? Oder wird ein Weltkrieg nötig sein, um
eine Lösung herbeizuführen? Wenn meine Analogie der
Pyramide stimmt, so gibt es keinen Zweifel über den
letztendlichen Ausgang."
Ein dritter Weltkrieg wegen Israel?
Die Möglichkeit eines Dritten Weltkrieges schien für
diesen Strategen der Neuen Weltordnung schon vor dreißig
Jahren die unausweichliche Konsequenz des Nahostkonfliktes,
denn er fährt fort: "Egal was passiert, ob nun die
eine oder andere Seite in ihrem Bemühen nachläßt,
die Pyramide zu stützen, oder ob sie sich dafür entscheidet,
dem Druck durch einen Ausbruch von Gewalt Luft zu
verschaffen - die Pyramide wird in jedem Fall ihren
Halt verlieren und einstürzen. Die Lösung der Situation
wird aus dem Staub und den Trümmern der zusammengebrochenen
Pyramide erstehen. Der israelisch-arabische Konflikt,
die eigentliche Ursache des ganzen Zusammenbruchs,
wird vergessen sein."
Der zionistische Staat Israel soll also der Hebel
sein, mit dem man die ganze Welt aus ihren Angeln
heben will, um aus dem Schutt der alten Ordnung eine
Neue Weltordnung aufbauen zu können.
Sind diese Gedankenspiele bloße Weltverschwörungsfantasien?
Vielleicht. Allerdings kann kein denkender Mensch
verkennen, daß der Nahe Osten tatsächlich ein Pulverfaß
ist, in welchem die Amerikaner einmal mehr mit dem
Feuer spielen.
Richard Perle, einer der einflußreichsten Zionisten
Amerikas und ein enger Berater von Präsident Bush,
macht denn auch keinen Hehl daraus, daß seine Pläne
von der ‚Befreiung der arabischen Völker' nach dem
Fall des irakischen Regimes längst nicht erfüllt sind.
Offen fordert er, die Amerikaner sollen nach dem Irak
auch im Iran, in Syrien und in Libyen einmarschieren,
um die dortigen Regierungen zu stürzen.
Ist es da Zufall, daß die USA nach der ersten Kriegswoche
im Irak bereits Syrien und dem Iran militärisch drohen,
weil diese angeblich heimlich den Irak mit Hilfslieferungen
unterstützt hätten?
Die israelische Zeitung ‚Ha'aretz' schrieb denn dieser
Tage auch: "Nach dem Ende des Krieges im Irak wird
Israel versuchen, die Amerikaner davon zu überzeugen,
ihren Krieg gegen den Terrorismus auch in den Iran
und nach Damaskus und Beirut zu tragen. Hohe Mitglieder
des israelischen Verteidigungsministeriums geben an,
daß diesbezüglich bereits vor Monaten erste Kontakte
aufgenommen worden sind und daß eine hohe Wahrscheinlichkeit
bestehe, Amerika mit den israelischen Argumenten zu
überzeugen.
"Israel freut's, denn die einzige Atommacht im Nahen
Osten will ihre Hegemonialansprüche von einem Großisrael,
das vom Nil bis zum Euphrat reicht, seit Jahrzehnten
festigen. Dazu müssen jedoch die drei gefährlichen
und am stärksten anti-israelischen Araberstaaten Irak,
Iran und Syrien erst ausgeschaltet werden.
Die aktuellen Geschehnisse in Nahen Osten zeigen einmal
mehr, wie stark die einzige verbliebene Supermacht
der Welt am Gängelband der zionistischen Interessen
hängt. Ob die amerikanische Regierung das Spiel absichtlich
mitspielt, weil man damit einen Weltenbrand zu entfachen
hofft, oder ob es dabei ‚nur' um die wirtschaftlichen
Interessen Amerikas und die politischen Ziele Israels
geht, ist schwer zu sagen.
Jedenfalls ist offensichtlich, daß die aktuelle US-Politik
die Gefahr des arabischen Terrorismus nicht etwa eindämmt,
sondern erst recht provoziert. Wohl deshalb setzte
der berühmte amerikanische Kolumnist Vince Ryan am
31. März 2003 folgenden Titel über seine Zeilen: "Mit
Israel als ‚Freund' - wer braucht da noch Feinde?"
Quelle: American Free Press, Ausgabe vom 24./31. März
2003
Lesen Sie
mehr dazu in unserer Ausgabe
Nr. 36.