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  Wenn die Presse Zensur ausübt

 
 

Massenmedien sind längst nicht mehr die Diener der Öffentlichkeit. Sie sind zu Dompteuren mutiert, welche die Meinung des primitiven Wesens namens ‚Volk' zu trimmen haben. Auf daß es brav ‚Männchen' mache oder lautstark mit den Zähnen fletsche - wie es den an den Schaltstellen der Macht sitzenden ‚Zirkusdirektoren' eben gerade beliebt. Das gilt besonders für Amerika. Deshalb veröffentlicht eine kleine kalifornische Universität jedes Jahr eine Rangliste der wichtigsten Meldungen, welche die amerikanischen Medien nicht publizierten. Diese Liste nennt sich Project censored (‚Projekt Zensur') und wird mit viel Aufwand von Experten und Studenten der Sonoma State University zusammengestellt. Knapp tausend Berichte aus aller Welt prüft man so auf ihre Wichtigkeit und die Beachtung, die sie von den US-Medien erhielten. Die 25 offensichtlichsten Beispiele von Medienzensur werden dann im aktuellen Jahrbuch veröffentlicht. Im Jahrbuch 2001 haben viele von ihnen globale Bedeutung: In gut zwanzig Jahren soll der Trinkwasserbedarf auf diesem Planeten nur noch zur Hälfte gedeckt sein, schätzen Experten. Deshalb wittern Megakonzerne ein künftiges Milliardengeschäft. Sie möchten sich die Trinkwasserversorgungen unter den Nagel reißen und unser kostbarstes Gut monopolisieren. ‚Kostendeckende Wasserpreise' heißt das Schlagwort. Tatkräftig unterstützt werden diese Bestrebungen von der Weltbank. Bereits heute wird klar, was das für die Dritte Welt - aber auch für uns hier im Westen - bedeuten würde: explodierende Wasserpreise, welche für die Armen nicht mehr zu bezahlen wären. Lesen Sie in unserem Artikel, welche bedenkliche Entwicklungen diesbezüglich bereits eingetreten sind, unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit. Daß in einem Krieg gelogen wird, wissen wir alle. In welchem Ausmaß das jedoch nicht nur für den Krieg in Afghanistan gilt, sondern auch für den Golfkrieg, erkennen Sie, wenn Sie lesen, wie das amerikanische Pentagon Experten für psychologische Kriegführung in den Nachrichtensender CNN eingeschleust hatte. Nachdenklich stimmt auch, daß die Israelis angeblich biologische Kampfstoffe entwickelt haben, die selektiv töten können: Sie sollen spezifische arabische DNS-Sequenzen erkennen und nur Menschen dieser Rasse befallen. Genmanipulation ist auch bei Nahrungsmitteln gefährlich. Eine Studie belegt dies, obwohl sie schnell wieder unter den Teppich gekehrt wurde, weil das entsprechende Wissenschaftsinstitut einen großzügigen Forschungsbeitrag vom Biotechnologiekonzern Monsanto erhalten hatte. Hoffnungsvoll und wohl gerade deshalb verschwiegen: Kuba hat sich über die Jahre zum weltweit führenden Land für biologische Landwirtschaft entwickelt. Schuld an dieser positiven Entwicklung in Kuba ist der Wirtschaftsboykott des Westens.

Auf ihrer Internetseite erklären die Studenten ihr Engagement für dieses Jahrbuch der Zensur mit Worten, denen man nur beipflichten kann: "Mit <I>Project censored <$>wollen wir auf ein zentrales Problem hinweisen: Das Versagen der Massenmedien, die Menschen mit allen Informationen zu versorgen, die sie brauchen, um informierte Entscheidungen fällen zu können, die ihr eigenes Leben ebenso betreffen wie die Wahl an der Urne."


Lesen Sie den vollständigen Artikel in unserer Ausgabe Nr. 34.

 
 

 
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